Über die LSG

Die Landschaftsschutzgemeinschaft -Fluglärm Loemühle- Vest Recklinghausen e. V. (LSG) wurde im Jahre 1988 gegründet. Seit der Gründung kämpfen die heute mehr als 1000 Mitglieder gegen den vom Flugplatz Loemühle ausgehenden Fluglärm.
Weiterhin musste im Laufe der Jahre auch mehrfach gegen die großmannssüchtigen Ausbau-Bestrebungen der Flieger und vieler Politiker, insbesondere der SPD und FDP, gekämpft werden - bisher mit Erfolg.

Eine kurze Chronologie:


1987

Beginn der Ausbaudiskussion: Der Flugplatz Marl-Loemühle soll dem Wunsch insbesondere der SPD-Politiker im Kreis entsprechend zum Regionalflughafen Ruhr-Nord ausgebaut werden. Es besteht zwar kein Bedarf, aber so ein Flughafen ist einfach schick.


1990

Ausbau is' nich'!
Daher wird getreu dem Motto des damaligen Landrates Marmulla "Ausbauen oder umpflügen!" im Kreistag der Beschluss gefasst, den Flugplatz Loemühle zu schließen.


1993

Umpflügen is' auch nich'!
Daher wird getreu dem Motto "Was stört mich mein Geschwätz von gestern..." der Beschluss des Kreistages Recklinghausen gefasst, den Flugplatz Loemühle weiter zu betreiben. Steuergelder für die nötigen Subventionen sind ja ausreichend vorhanden.


1993 - 2004

Extremer Anstieg der Platzrundeflüge (Hobbyflüge); über 75 % der Starts von Loemühle enden heute in einer Platzrunde (s. Statistik).


2000

Im Oktober 2000 erfolgt die Übergabe des Gutachtens:
Verkehrslandeplatz Loemühle
Gutachten zur Wirtschaftlichkeit einer Anpassung der Infrastruktur an die "Joint Aviation Requirements for Operations" (JAR-OPS) - Abschlußbericht Oktober 2000
Herausgeber:
Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Institut für Verkehrstechnik

Das Gutachten favorisiert eindeutig den ca. 20 km entfernten Flugplatz "Schwarz Heide" bei Bottrop-Kirchhellen zur Ertüchtigung gemäß
JAR-OPS 1.


2001

Die Fallschirmspringer nisten sich auf Loemühle ein - der Lärm bekommt ein neues Gesicht.


2002

Im Dezember 2002 entscheidet der Kreistag Recklinghausen, den defizitären Flugplatz entweder durch den Verkauf der Gesellschaftsanteile an der Verkehrslandeplatz Loemühle GmbH bis zum 30.09.2003 in private Trägerschaft zu überführen oder ihn zu schließen, falls sich kein geeigneter Käufer findet.
Bedingungen für den Verkauf waren u. a.:
- es erfolgt kein Ausbau des Flugplatzes
und
- die Bäume westlich und östlich des Flugplatzes bleiben erhalten.


2003

Im Februar fällen die Flieger gegen den erklärten Willen der Mehrheit der Gesellschafter einen Wald westlich des Flugplatzes.
Weitere massive Eingriffe sollen im FFH-und Naturschutzgebiet "Die Burg" durch Baumfällungen im Osten des Flugplatzes erfolgen.


2004

Am 2. Februar 2004 beschließt der Kreistag Recklinghausen die Stilllegung des Flugplatzes Loemühle mit 39 Ja-, 24 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen.
Die Stadt Recklinghausen überträgt im Sommer ihren 0,41-prozentigen Anteil auf den Kreis Recklinghausen.
Der Stadtrat von Marl stimmt dem Schließungsbeschluss des Kreistages zu.
Die Stadt Marl behält jedoch ihren GmbH-Anteil von 0,41 Prozent.
Im Herbst wird im Rat der Stadt Marl der Schließungsbeschluss mit 26 zu 25 Stimmen wieder aufgehoben. Damit blockiert Marl mit 0,41 Prozent zu 99,59 Prozent die Schließung und Arbeitsplätze schaffende Umnutzung des Flugplatzes.
Die knappe Mehrheit im Stadtrat (SPD, FDP, BUM und Bürgermeisterin) raubt mit diesem Beschluss den Bürgern nicht nur Steuergelder für notwendige Reparaturmaßnahmen in und an Schulen, Kindergärten usw., sondern auch ein riesiges Stück Lebensqualität.
Marl, die Stadt des Lärms!


2005

Der Lärm wird für die Anwohner immer unerträglicher. Uns liegen Informationen vor, dass die ersten Firmen den Kreis Recklinghausen aus diesem Grund verlassen wollen.
Im Spätsommer des Jahres beschließt die Bezirksregierung in Münster, die aus Landesmitteln finanzierte Luftaufsicht auf dem Flugplatz Loemühle und ähnlichen Flugplätzen abzuziehen. Es bleibt abzuwarten, welche (finanzellen usw.) Folgen diese Maßnahme hat.


2006

Mitte Juni 2006 beschließt der Kreistag Recklinghausen, das Defizit des Jahres 2005 der der Verkehrslandeplatz Loemühle GmbH nicht mehr wie in der Vergangenheit auszugleichen. Damit musste die Loemühle GmbH Insolvenz anmelden.
Das Insolvenzverfahren wurde am 1. September 2006 eröffnet.
Zwei Interessenten gibt es für den bankrotten Flugplatz: Die auf Loemühle lärmenden Flieger, die den Flugbetrieb mit mehr Lärm für die Bevölkerung ausdehnen will, sowie eine Investorengemeinschft, die auf dem Flugplatz ein naturnahes Freizeitangebot mit diversen Betätigungsmöglichkeiten errichten möchte.
Der Stadtrat Marl beschloss in seiner letzten Ratssitzung am 21. September 2006 entgegen bisheriger Beschlüsse (Keine Verlängerung der Landebahn!), dass die Lärm-Flieger-GmbH, so sie denn den Zuschlag für die Übernahme des Pleiteflugplatzes bekommen sollte, die Landebahn verlängern darf.
Weiterhin wurde beschlossen, Ultraleichtflieger auf Loemühle zuzulassen!
Ultraleichtflieger sind in der großen Mehrzahl die Rasenmäher der Lüfte, die durch ihre geringe Geschwindigkeit für ein äußerst intensives und langes Lärmerlebnis sorgen. Dieses mutet die Bürgermeisterin der Stadt Marl Heinrich und die Marler Koalition aus SPD, Bürgerunion BUM und FDP den Bürgerinnen und Bürgern in den Städten Marl, Recklinghausen, Oer-Erkenschwick und Herten zum schon herrschenden Lärmangebot zusätzlich zu. Herzlichen Glückwunsch!
Wie sich der Rat der Stadt Recklinghausen entscheiden wird, der ebenfalls an die Loemühle GmbH verpachtete Grundstücksflächen gehören, ist derzeit (11.10.06) offen.


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