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Liebe Mitglieder der LSG,
wie Sie wissen, hat der Beschluss des Kreistages Recklinghausen vom Februar 2004, den Flugplatz Loemühle zu schließen, weiterhin Bestand. Nur eine Koalition aus SPD, FDP, BUM und Bürgermeisterin Heinrich in Marl hat es sich mit einer Ein-Stimmen-Mehrheit im Rat und einem 0,41-prozentigen Anteil der Stadt Marl an der Loemühle GmbH zur Aufgabe gemacht, den chronisch defizitären Flugplatz zu erhalten. Da eine Schließung einstimmig von der Gesell­schafterversammlung beschlossen werden muss, reichen die 0,41 % aus, eine Schließung und sinnvolle Umnutzung in Verbindung mit der Schaffung neuer Arbeitsplätze zu verhindern.
Soweit der (Still-)Stand zur Stilllegung.

Tatsächlich wird hier die Stilllegung eines Hobbyflugplatzes blockiert, der, eingekeilt von Autobahn und Bockholter Straße, auch zunehmend ein Risiko für Unbeteiligte wird, wie der Unfall am 9. Juli dieses Jahres zeigte. Nur knapp schrammte man damals an einer Katastrophe vorbei. Schon allein aufgrund von Sicherheits­aspekten müsste der Flugplatz geschlossen werden – eine Forderung, die die LSG nachdrücklich aufrecht erhält.

Trotz des existierenden Stilllegungsbeschlusses sollen nun wieder einmal Bäume im Naturschutz- und FFH-Gebiet „Die Burg“ gefällt bzw. gestutzt werden. Durch diese Maßnahme soll dann die östliche Schwelle (Aufsetzpunkt) der Landebahn in Richtung Autobahn verschoben werden, obwohl der Flugplatz sicher angeflogen werden kann. Natürlich soll sowohl die Baumfällaktion als auch die Verlegung der Schwelle wieder mit Steuergeldern aus dem Kreisetat finanziert werden.

Am 1. September wurde publik, dass sich die Bezirksregierung aus der direkten Luftaufsicht an kleineren Flugplätzen zurückzieht. Der Sprecher der Bezirksregierung, Stefan Bergmann, teilte mit, dass man sich wieder auf ihre Kernaufgaben konzentrieren müsse. Für die Abwicklung des Flugverkehrs sei der Platzbetreiber verantwortlich. Die Übernahme dieser Aufgaben sei ein Luxus, den sich der Staat nicht mehr leisten könne, so Bergmann.

Damit wird die Auffassung der LSG bestätigt, dass die Beistellung der vom Regierungspräsidenten bezahlten Luftaufsicht durch die Bezirksregierung eine weitere steuerliche Subvention in Höhe von 110.000 € jährlich darstellt. Diese Summe müssen nun die Steuerzahler im Kreis Recklinghausen zusätzlich für die Aufrechterhaltung des Hobbyflugbetriebs auf Loemühle aufwenden. Damit würden sich die jährlichen Subventionen des Kreises Recklinghausen auf ca. 250.000 € erhöhen, schlichtweg ein Skandal angesichts undichter Dächer auf Schulen und Kindergärten, maroder Klassenzimmer und Straßenbelägen, die den Namen nicht mehr verdienen.

Ihre Landschaftsschutzgemeinschaft (LSG)
– Fluglärm Loemühle –
Vest Recklinghausen e. V.

Dietmar Schmahl

1. Vorsitzender



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